Aurelia aurita – eine Qualle mit Ohren? Drucken
Bei uns - Forschung

IMG_9226Am Freitag fand die 4. Preisverleihung des Dr. Hans Riegel-Fachpreises an der Universität Oldenburg statt. 17 Schülerinnen und Schüler der elften Klassen aller nordwestlichen Gymnasien und Gesamtschulen Niedersachsens wurden für ihre herausragenden Facharbeiten im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich ausgezeichnet. In der Biologie wurde Pauline Rohner mit ihrem Wettbewerbsbeitrag  „Die Entwicklung von Aurelia aurita unter verschiedenen Temperaturverhältnissen“ mit dem 3. Platz geehrt. Ein stolzes Ergebnis, insbesondere vor dem Hintergrund, dass von den insgesamt 135 eingereichten Seminararbeiten 34 Beiträge aus dem Fachbereich Biologie kamen. Im folgenden Artikel berichtet Pauline von den Höhen und Tiefen bei der Anfertigung ihrer wissenschaftlichen Arbeit an der Uni-Oldenburg in Wechloy. (Iris Schmidt)  


 

AureliaauritaDie Ohrenqualle (Aurelia aurita) 

Wie alle anderen Schüler aus meinem Biologiekurs auf erhöhtem Niveau sollte ich mich anlässlich der Facharbeit mit dem Thema „Ökosystem Meer“ beschäftigen. Auf der Grundlage der Zusammenarbeit der Schule mit der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg bekam ein Schüler aus unserem Kurs die Chance, die Facharbeit in der Arbeitsgemeinschaft „Biodiversität und Evolution der Tiere“ in Wechloy zu schreiben. Nach kurzer Auseinandersetzung mit dem angebotenen Thema entschied ich mich dafür, da ich auf diese Weise die Gelegenheit bekommen würde, einen praktischen Teil - in Form einer Versuchsreihe - im Labor über Wochen durchzuführen, anstatt ausschließlich theoretische Literaturrecherche als Grundlage für meine Facharbeit zu verwenden.  In Absprache mit Dr. Thomas Glatzel, einem der wissenschaftlichen Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft, entschied ich mich, die Entwicklung der Aurelia aurita (Ohrenqualle) unter verschiedenen Temperaturverhältnissen zu untersuchen. Die Aurelia aurita kommt an den atlantischen Küsten Europas und Amerikas vor. Wenn man sie von oben betrachtet, sieht man vier runde Blasen, die an Ohren erinnern und der Qualle ihren Namen gegeben haben. Man bezeichnet sie zwar als „Ohren“ der Qualle, es sind jedoch die Gonaden (Geschlechtsorgane) der Tiere. 

Pauline_LaborAber auch bei dieser Arbeit musste ich zuerst Literaturrecherche betreiben, um mir die theoretischen Grundlagen für die folgenden Laborversuche anzueignen. Hierzu muss man wissen, dass wissenschaftliche Veröffentlichungen heutzutage ausschließlich in englischer Sprache verfasst werden. Nachdem dann die Polypen (junge Tiere) der Aurelia aurita aus Frankreich eingetroffen waren, habe ich in einem praktischen Teil, in einem Zeitraum von acht Wochen, zweimal wöchentlich die Tiere gefüttert und ihre Entwicklung beobachtet. Zum Beobachten standen mir Mikroskope und eine hochauflösende Mikroskopkamera zur Verfügung. Am Ende der Versuchsreihe habe ich meine Ergebnisse in einer wissenschaftlichen Abhandlung (der eigentlichen Facharbeit) zusammengefasst, ausgewertet und diskutiert. 

Ergebnisse 

Die Ohrenqualle macht in ihrem Lebenszyklus eine sogenannte Metagenese durch, das heißt, dass sie sich sowohl geschlechtlich als auch ungeschlechtlich fortpflanzt. Ich habe bei meiner Arbeit die ungeschlechtliche Fortpflanzung beobachtet. Sie geschieht auf zwei verschiedene Arten: Tochterpolypenbildung und Strobilation. Durch Aufspaltung kann sich aus einem Polyp ein neuer entwickeln. Dieser Vorgang nennt sich Tochterpolypenbildung. Jeder Polyp wird auch zu einem späteren Zeitpunkt strobilieren. Er wächst in länglicher Form und teilt sich in Scheiben. Dieser Prozess kann bis zu drei Wochen dauern. Jede Scheibe stellt eine Ephyre dar, welche eine Vorform der reifen Qualle ist. Im Rahmen meiner Arbeit konnte ich beide Arten der ungeschlechtlichen Fortpflanzung beobachten und mit der Mikroskopkamera fotografieren. 

Mit viel Spaß bei der Arbeit 

Abschließend kann ich sagen, dass mir die praktische Arbeit sehr viel Spaß gemacht hat, da ich am Ende der Versuche konkrete Ergebnisse erhalten habe, die sich gut in einer schriftlichen Arbeit verwerten ließen. Auf der anderen Seite war der Zeitaufwand der Arbeit erhöht, da ich zweimal wöchentlich für mehrere Stunden in der Universität sein musste und auch dort mit den Mitarbeitern viel Zeit mit Diskussion und Arbeit verbracht habe. Aber der Mehraufwand hat sich gelohnt! (9/27.7.2014)

Geschrieben von Pauline Rohner, Oberstufe.


 

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