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Workshop im ehemaligen KZ Sachsenhausen PDF Drucken
Fahrten - Klassenfahrten

Sachsenhausen1Während unserer Studienfahrt besuchten wir, die Klasse 10d, die Gedenkstätte und das Museum Sachsenhausen, ein ehemaliges Konzentrationslager außerhalb Berlins.

Nach unserer kleinen Bus-Tour durch das beschauliche Städtchen Oranienburg lag ein gräulicher Gebäudekomplex vor uns. Eines der Gebäude, die ehemalige Waffenmeisterei, dient der Gedenkstätte heute als Besucherinformationszentrum und war unsere erste Anlaufstelle.

Einführung in die Geschichte des KZs Sachsenhausen

Unser Museumsführer begrüßte uns herzlich zu unserem 6-stündigen Workshop und begann mit einer kleinen Power-Point-Präsentation, die über die Geschichte des KZs, angefangen 1933 mit dem Lager in Oranienburg, über Sachsenhausen um 1936 - 1945, bis hin zum Sowjetischen Lager Nr.1 und Nr.7 um 1945 - 1950, das dann schlussendlich 1961 zu einer Nationalen Mahn- beziehungsweise Gedenkstätte umfunktioniert wurde, informierte. Seit 1993 nennt sich das Ganze „Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen“.

Sachsenhausen2Recherche zu verschiedenen Themen

Anschließend wurden wir in kleine Gruppen eingeteilt, die sich jeweils mit kleineren Themen an verschiedenen Ausstellungsorten auf dem Gelände beschäftigen sollten. Themen waren zum Beispiel: Die verschiedenen Häftlingsgruppen innerhalb des KZs, Folterung und Misshandlung, Krankenmorde und medizinische Versuche (z.B. mit Gelbsucht (Hepatitis)).

Sachsenhausen3Nur wenige Gebäude stehen noch

Unsere Erwartungen an das KZ waren trotz der mehrfachen Ansage, dass die Gedenkstätte beschädigt und keineswegs vollständig sei, sehr hoch. Dass von dem Gelände jedoch so vieles nicht mehr stand, war erschreckend. Einzig ein paar Baracken, Grundrisse, Zäune und Mauern, Wachtürme und Ruinen standen noch, oft jedoch restauriert, nachgebaut oder  für Besucher nur zum Anschauen stehengelassen, da die Benutzung gefährlich oder die Restaurierung zu teuer wäre. Ein Teil des ehemaligen Geländes dient heute als Polizeiausbildungsstelle.

Gang über das weitläufige Gelände

Auf dem Weg zu den Baracken gingen wir auf einer kleinen asphaltierten Straße entlang, die, wie uns gesagt wurde, auch früher eine öffentliche Straße war. Anwohner in Oranienburg konnten also zwischen den zwei Teilen des KZs, wenn auch nur zu gewissen Zeiten, legal hindurchgehen.

Nach Durchschreiten eines Tores lag ein riesiger Platz vor uns, wo der Wind nur von einigen länglichen Hütten abgehalten wurde. Wie es für die Gefangenen mit spärlicher Kleidung bei solchen oder noch niedrigeren Temperaturen gewesen sein muss, ließ sich nur erahnen.

Jedoch fiel uns auf den ersten Blick das große Denkmal auf, das in der Mitte des dreieckigen Geländes platziert war. Die 18 roten Dreiecke, die man dort eingelassen hat, stehen für die 18 wichtigsten europäischen Länder und erinnern an die aus politischen oder Herkunftsgründen eingesperrten Häftlinge. Es wurde 1961 errichtet, berichtete man uns.

Sachsenhausen4Kleiner Ausstellungsteil widmet sich den Oldenburger Juden in der Pogromnacht

Die Ausstellungen waren insgesamt informativ. So wurden u.A. z.B. Abdrücke einiger Gesichter von Häftlingen bis zu von der SS genutzten Vergleichstafeln von Haar- und Irisfarben gezeigt.

Nachdem wir Informationen zu unseren Themen gefunden hatten, wurden die Ergebnisse den anderen Gruppen vorgestellt. Anschließend ging es weiter zu einer rekonstruierten Baracke. Der „Aufenthaltsraum“ und die „Schlafkammern“  sind anschaulich wieder hergerichtet worden. In der oberen Etage befinden sich noch mehrere einzelne Ausstellungen zu geschichtlichen Ereignissen außerhalb des KZs, so z.B. auch ein kleiner Teil zum Gang der Juden durch Oldenburg in der Pogromnacht des 9.11.1938.

Register der Inhaftierten in digitaler Lernstation

Unser Weg führte uns dann weiter zu einer digitalen Lernstation. Die Möglichkeit der Suche nach dem eigenen Nachnamen bzw. Vornamen in einem Register des KZs war eine reizvolle Sache, die, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, einigen von uns vielleicht interessante Einblicke hätte liefern können.

Sachsenhausen5Ein Denkmal erinnert an die Opfer

Unser letztes Ziel war das, was jeder zunächst mit einem KZ in Verbindung bringt: der Ort, an dem die Verbrennungsöfen, Folterkammern und Gasduschen untergebracht waren. Jedoch ist von diesem Ort nicht mehr viel zu sehen. Öfen wurden in die Luft gesprengt, sodass nur noch der untere Teil erkennbar ist. Wände wurden niedergerissen, sodass nur noch die Umrisse zu erkennen sind. Überdacht wird das Ganze von einer großen weißen Kuppel, die die Überreste vor Wind und Wetter schützt.

Ein Denkmal am Rande dieses Ortes erinnert an die Opfer. Selbst wenn einen die restlichen Ausstellungen nicht interessiert haben sollten, so kann man doch sagen, dass dieser Ort wohl die meisten Schüler und Schülerinnen zum Nachdenken bewegt hat.

Ein langer Tag endet

Erschöpft und müde fuhren wir zurück ins Hotel. Jeder Einzelne hat etwas anderes von diesem Besuch mitgenommen, ob nun positiv oder negativ. Auf jeden Fall hat man etwas dazugelernt. Für die einen steht fest, dass sie nicht mehr in eine KZ Gedenkstätte gehen und eine 6-stündige Führung mitmachen wollen, die anderen nehmen mit, dass man nicht vergessen sollte, dass all diese Ereignisse, die zum Bau des Lagers geführt haben, hier bei uns passiert sind und keinesfalls vergessen werden sollten.

Unsere Aufgabe: nachdenken, verstehen und weitergeben

Wie es schon beim Erinnerungsgang durch die Straßen Oldenburgs im November 2013 gesagt wurde: Unsere Generation trägt die Verantwortung, diese Erinnerungen weiterzugeben und zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert. (2/9.2.2014)

Kristina Kondrashova und Roxanne Roß sind Schülerinnen der Kl. 10d.

 

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