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Liebe vs. Broccoliauflauf PDF Drucken
Kolumnen - Karl Kelschebach

Ich solle zur Eröffnung unserer neuen Homepage einmal etwas besonderes schreiben, trug mir unser Chefredakteur auf, ich könne mich ja mal einem besonders „pikanten Thema“ widmen. Blödmann! Ich widme mich nur pikanten Themen – Postkarten, Nudelsalat... Andererseits: Vielleicht hat er gar nicht so unrecht – wenngleich ich mir während des Schreibens nichts vorstellen konnte, was einen Menschen ebenso brennend interessieren könnte wie Metaphern und Birdwatching. Doch der Mensch ist schließlich ein sich wandelndes Wesen, so also bricht wohl das Ende jener frohen Tage der Beschreibungen meiner ersten Rasur und der Ausführungen zu den Flicken meines Fahrrad an. Ade, ihr heitren Stunden, ade du kindliches Spiel mit den Worten! Größrem entgegenzustreben bin ich bestimmt!

Vielleicht könnte ich über Abschied schreiben, wo ich schon einmal so wehmütig bin. Hat Joseph von Eichendorff auch gemacht und da ist schon ganz ordentlich was bei herausgekommen. Nein, das scheint mir altmodisch, es muss etwas anderes her! Die Liebe! Jene wird nie verjähren, immerfort wird sie die Menschheit als literarisches Motiv begleiten, das muss ich gerade selbst schmerzlich im Englischunterricht erfahren.

Kein zynisches Gekicher, bitte!
Ja, lieber Leser, so will auch ich mich mit ihr auseinandersetzen – obgleich ich schon das zynische Kichern meiner Freunde höre, von denen kaum einer es versäumen wird, mich darüber aufzuklären, dass es vorteilhaft sei, etwas zu verstehen von den Themen, über die man sich verbreite. Folglich, so weiter, sei es doch bedenklich, sich über die Liebe zu verbreiten, wenn man auf die stupide Frage „Hattest du schon mal eine Freundin?“, antworten muss... Aber nein, teuerster Leser, das geht nun doch zu weit!


Karl Kelschebach, Jg. 11, ist seit 2008 Chefkolumnist des NGO-Onlinemagazins.
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Doch will ich Ihnen gestehen, dass ich es in der Tat bereits bereue, nicht lieber eine Kolumne über den Broccoliauflauf, den ich neulich aß, begonnen zu haben, dazu fiele mir deutlich mehr ein. Die Liebe, na ja, man kommt halt nicht drum herum, bei all den sexuellen Trieben, mit der die Natur uns strafte oder beschenkte, wie Sie wollen.

Die Definition des Kuschelns
Ähnliche Anschauungen äußerte ich vor einiger Zeit gegenüber einer Bekannten, mit der zusammen ich Theater spiele. „Oh Gott, armer Junge!“, rief sie daraufhin aus, „hattest du jemals eine Freundin!?“ Gut, die Frage beantworte ich ja nicht öffentlich, überspringen also diesen Teil des Gespräches. Sie war jedenfalls entgeistert darüber, dass ich Kuscheln als eine Handlung zur Befriedigung sexueller Instinkte ansah: „Meinst du denn nicht, das liegt auch an dem Wunsch nach Vertrauen und Geborgenheit?“, worauf ich: „Nein, dann könnte man ja auch zu seiner Mama gehen!“ Mit dieser Bemerkung löste ich einen Aufschrei ihrerseits aus und gab irgendwann genervt zu, Kuscheln habe auch etwas mit Geborgenheit zu tun.

Trotzdem sei ich überzeugt, dass Liebe natürlich über reine Sexualität hinausgehe, jedoch damit beginne. Sie warf mir vor, immer alles erklären, selbst der Liebe ihre Mystik rauben zu wollen, dabei sei man doch viel glücklicher, wenn man etwas einmal nicht verstehe. „Also wenn ich im Chemieunterricht eine Formel nicht verstehe, dann löst das keine sonderlichen Glücksgefühle aus. Ich finde das ziemlich ätzend“, warf ich ein. Wie ich denn nur die Liebe mit Chemie vergleichen könne. Ich könne das, weil das Prinzip des Verstehens das gleiche sei, erwiderte ich. Von da an hörte ich von ihr alle vierzig Sekunden: „Du bist so unromantisch!“

Tja, und mit dieser unromantischen Haltung nun ein Text zur Liebe.

Hätte ich mal über den Broccoliauflauf geschrieben.

(24/06.06.2009)

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